Vorwort zur zweiten Auflage

Jes Olesen, Vorsitzender des Kopfschmerzklassifikationskomitees der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft

Klassifikationen von Erkrankungen und ihre diagnostischen Kriterien werden von der ärztlichen Gemeinde oftmals mit Skepsis aufgenommen und häufig kaum genutzt. Es war daher eine freudige Überraschung zu sehen, wie wohlwollend die erste Auflage der Internationalen Klassifikation von Kopfschmerzerkrankungen aufgenommen wurde. Sie wurde praktisch sofort weltweit für Forschungszwecke akzeptiert. So wurde die große Welle der Triptanstudien mit Patienten durchgeführt, die nach den Kriterien der Internationalen Klassifikation von Kopfschmerzerkrankungen diagnostiziert worden waren. Langsam, aber sicher haben die Prinzipien der Klassifikation auch die klinischen Praxis verändert. Viel unnötige Fragen zur Einordnung von primären Kopfschmerzen werden in der Anamnese nicht mehr gestellt, wohingegen neue Kriterien wie eine Verstärkung durch körperliche Aktivität allmählich in den klinischen Alltag Einzug finden. Die Klassifikation wurde in mehr als 20 Sprachen übersetzt und steht damit der Mehrzahl der Mediziner auf der ganzen Welt zur Verfügung...
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Einführung in die Klassifikation

Diese zweite Auflage der Internationalen Klassifikation von Kopfschmerzerkrankungen ist, wie bereits die erste Auflage, gleichzeitig für die Wissenschaft und die klinische Praxis gedacht. Keine wissenschaftliche Studie, die nicht auf dieser Klassifikation beruht, dürfte mehr in einer internationalen Zeitschrift angenommen werden. Doch die Klassifikation ist genauso wichtig für den Kliniker. Die überwiegende Zahl der evidenzbasierten Behandlungsleitlinien für Kopfschmerzen wurden unter Verwendung der ersten Auflage der Internationalen Klassifikation von Kopfschmerzerkrankungen verfasst. Diese zweite Auflage hat die Hauptprinzipien der Klassifikation und Diagnose von primären Kopfschmerzen nicht verändert. Damit bleibt das mit Hilfe der ersten Auflage gewonnene Wissen auch für die meisten Diagnosen anhand der zweiten Auflage gültig. Wenn Patienten gesucht werden, die auf Triptane ansprechen, muss die Diagnose entsprechend der diagnostischen Kriterien einer Migräne mit Aura oder einer Migräne ohne Aura dieser Klassifikation gestellt werden.....
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Anleitung zum Gebrauch der Klassifikation

Dieses ausführliche Werk ist nicht dafür bestimmt, auswendig gelernt zu werden. Selbst die Mitglieder des Kopfschmerzklassifikationskomitees dürften nicht in der Lage sein, sich an alle Details zu erinnern. Vielmehr sollte man dieses Werk von Zeit zu Zeit immer wieder nach Bedarf konsultieren. Auf diese Weise wird man Stück für Stück die diagnostischen Kriterien für 1.1 Migräne ohne Aura, 1.2 Migräne mit Aura, die wichtigsten Unterformen des 2. Kopfschmerzes vom Spannungstyp und des 3.1 Clusterkopfschmerzes und einiger anderen Kopfschmerztypen kennenlernen. Die übrigen Kopfschmerztypen wird man immer nachschlagen müssen. Im klinischen Alltag wird man die Klassifikation bei einer eindeutigen Migräne oder einem Kopfschmerz vom Spannungstyp nicht benötigen. Sie ist aber dann nützlich, wenn die Diagnose unsicher ist. Für wissenschaftliche Zwecke jedoch ist die Klassifikation unentbehrlich. Jeder Patient, der in ein Studienprojekt aufgenommen werden soll, sei es in eine Untersuchung von Medikamenten, zur Pathophysiologie oder zur Biochemie von Kopfschmerzen, muss einen Satz diagnostischer Kriterien erfüllen...
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