IHSDiagnoseICD-10
1MIGRÄNEG43  
An anderer Stelle kodiert Migräneartige Kopfschmerzen als sekundäre Folge einer anderen Erkrankung (symptomatische Migräne) werden entsprechend dieser Erkrankung kodiert.

Allgemeiner Kommentar

Primärer und/oder sekundärer Kopfschmerz?

Tritt ein Kopfschmerz mit dem klinischen Bild einer Migräne in engem zeitlichen Zusammenhang mit einer anderen Erkrankung auf, die als Ursache von Kopfschmerzen angesehen wird, sollte der Kopfschmerz entsprechend der ursächlichen Erkrankung als sekundärer Kopfschmerz kodiert werden. Wenn sich aber eine vorbestehende Migräne in engem zeitlichen Zusammenhang mit einer Erkrankung, die als Ursache von Kopfschmerzen angesehen wird, verschlechtert, ergeben sich zwei Möglichkeiten, die ein Abwägen erfordern. Der Patient kann entweder ausschließlich die Diagnose einer Migräne erhalten oder aber die Diagnose einer Migräne und eines sekundären Kopfschmerzes entsprechend der anderen Erkrankung. Letzteres Vorgehen empfiehlt sich bei Vorliegen folgender Punkte: Es besteht ein unmittelbarer zeitlicher Zusammenhang zur angenommenen ursächlichen Erkrankung; die Migräne hat sich deutlich verschlechtert; es bestehen sehr gute Hinweise, dass die betreffende Erkrankung Migräne hervorrufen oder verschlimmern kann und nach Ende der angenommenen ursächlichen Erkrankung kommt es zum Verschwinden oder zumindest zur deutlichen Besserung der Migräne.

Einleitung

Die Migräne ist eine häufige, stark behindernde primäre Kopfschmerzerkrankung. Epidemiologische Studien belegen die hohe Prävalenz und die immensen sozioökonomischen und persönlichen Auswirkungen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO führt die Migräne an 19. Stelle unter allen Erkrankungen, die Behinderungen bedingen.

Die Migräne kann in zwei Hauptsubtypen unterteilt werden: Die 1.1 Migräne ohne Aura ist ein klinisches Syndrom, dass durch ein typisches Kopfschmerzbild und typische Begleiterscheinungen charakterisiert ist. Die 1.2 Migräne mit Aura ist vornehmlich durch fokale neurologische Symptome gekennzeichnet, die den Kopfschmerzen meist vorangehen oder sie begleiten. Einige Patienten berichten darüber hinaus über eine Vorbotenphase, die den Kopfschmerzen Stunden oder Tage vorausgehen kann und eine Kopfschmerzresolutionsphase. Zu den Symptomen der Vorboten- und Resolutionsphase zählen Hyper- oder Hypoaktivität, Depression, Heißhunger auf bestimmte Nahrungsmittel, wiederholtes Gähnen oder andere für den Betroffenen weniger typische Symptome.

Erfüllt ein Patient die Kriterien für mehr als einen Migränesubtyp, sollten alle Subtypen diagnostiziert werden. So sollte ein Patient, der in der Regel Attacken mit Aura aufweist, bei dem es aber auch zu Migräneattacken ohne Auren kommt, unter 1.2 Migräne mit Aura und 1.1 Migräne ohne Aura kodiert werden.

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